Kassel, Alemanha - December 15th, 2006 -> January 23rd, 2007 -> today
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Was bleibt?
January 23rd, 2007
Vier Wochen war das Objekt, die Wanne, bei mir zu Gast. Es waren die vier Wochen im Jahr, in denen ich nicht verreist war. Meine Absicht, die Wanne mit im ICE zu transportieren, Reaktionen zu beobachten, konnte ich nicht realisieren.
Trotzdem waren die vier Wochen bemerkenswert: Ich habe überlegt, wie ich die Wanne integrieren kann. Zuerst diente sie in meinen Arbeitsräumen als überdimensionaler Weihnachtsschmuck. Das führte bei meinen Besuchern zu Erstaunen und Fragen. Daraus wurden interessante, zum Teil philosophische Gespräche über Kunst und ihre Wirkung auf die Beobachter. Werden die Kunstwerke durch die Umgebung, die Beobachter, die Beobachtung verändert? Wie verändern sie ihre Betrachter?
Dann bekam das Objekt eine neue Funktion als Wanne im Gemeinschaftsgarten. Sie wurde zum Messbecher, zum Spielzeug für die Kinder, zur Vogeltränke und Objekt der Neugier der Katzen aus der Nachbarschaft.
Gestern Abend habe ich das Objekt weiter gegeben. Was bleibt? Erinnerungen, Gedanken, Erkenntnisse. Sie sind ebenso vergänglich wie die Spuren auf dem Rasen, ein Negativabdruck. Sie werden nach und nach überlagert, verwachsen, überdeckt. Und doch werden sie immer noch zu finden sein, wenn man genau hinsieht.
Ich bin dankbar für diese Erfahrungen, auch wenn sie ganz anders waren, als ich mir vorgestellt hatte.
Abschied - es bleibt ein Abdruck, auf dem Rasen und in der Erinnerung [click to see]
Der Blick geht nach vorne, auf das documenta12-Jahr 2007. Die documenta12 will aus den Hallen nach draußen gehen, in die Karlsaue. "Mein" Objekt wandert ebenfalls nach draußen, in den Garten im Fasanenhof.
Etwas überraschend habe ich am 12.12.06 einen Anruf von Christian Kopetzki erhalten, ich könne "mein" Objekt bei ihm abholen. Ich habe sofort begonnen, ein "Would you like to participate in an artistic experience-diary" zu schreiben. Hier nun einige Auszüge daraus:
Am Freitag war es dann soweit. Das Objekt passt sehr gut in das Auto und dient gleich mal als Transportbox für das eingekaufte Brot. Da mein ursprüngliches Vorhaben, mit dem Objekt auf Reisen zu gehen, wegen der momentanen Weihnachtspause momentan nicht realisierbar ist, habe ich das Objekt in meiner Beratungspraxis deponiert.
Und weil Weihnachten vor der Tür steht, habe ich nun seit heute einen schönen, großen Adventskranz.
Das Objekt hat mich verändert: Seht das Strahlen in meinem Gesicht! Ab heute ist es bei mir zu Gast. Wie wird es sich dort verändern? [click to see]